Planung

Was ist geplant?

Wie schon erwähnt, ist die Strecke von Rotterdam bis Straubing für einen wirtschaftlichen Schiffsverkehr ausgebaut. Über die Beseitigung der Engstelle Straubing-Vilshofen wird seit vielen Jahrzehnten beraten. Viele Möglichkeiten unterschiedlicher flußbautechnischer Möglichkeiten wurden diskutiert und geprüft. Letztendlich sind zwei Alternativen übrig geblieben.

Die sogenannte Variante A und
die sogenannte Variante C280.

Die Variante A

Durch Einbau neuer und Verlängerung bestehender Buhnen und Leitwerke, sowie Sohlbaggerungen kann eine Verbesserung des Istzusandes erreicht werden. Die Zahl der Tage an denen eine Abladetiefe von 2,50 m (vollbeladenen 1.800 -to-Schiff) wird dadurch um 20 Tage auf 185 Tage erhöht. Bei Niedrigwasser wird eine Abladetiefe von zusätlich 20 cm auf 1,80 m erreicht.

Der Geschiebeeintrag aus der Isar muss erhalten bleiben, um den Wasserspiegel bis Straubing zu stützen. Ein diesen Schüttkegel sicherndes Parallelbauwerk ist für den Istzusand und die Variante A unverzichtbar. Das Unfallrisiko wird nicht verringert, vielmehr erhöht es sich durch die weiteren Einbauten. Eine Auffächerung der Isarmündung wie bei der Variante C280 ist nicht möglich, da die Ableitung des Isarwassers in das Vorland dem Donauwasser fehlen würde. Gemäß Raumgutachten der Regierung von Niederbayern ist die Variante A nicht raumverträglich.

Die Variante C280

Ähnlich flussregelnde Maßnahmen wie bei der Variante A werden mit einer Stützschwelle (s. Abb. 01 u. 02) mit 1,70 m Fallhöhe bei Aicha verbunden. Das Wehr bewirkt einen nur 9 km vom Stau beeinflussten Flussabschnitt, ist ganzjährig überströmt und wird bei Mittelwasser keine Auswirkungen auf die Fließgeschwindigkeit mehr haben. Eine Schleuse im Durchstich der sog. „Mühlhamer Schleife“ vermeidet für die Schiffe die unfallträchtige Flussbiegung. Diese bleibt von Niedrigwasser bis Hochwasser stets voll durchströmt.

Variante C280 Abbildung 1
Abb. 1: Modell der Stützschwelle bei Aicha/Donau bei Mittelwasser 1,70 m. (Stand 2011)
Variante C280 Abbildung 2
Abb. 2: Modell der Stützschwelle bei Aicha/Donau (Stand 2011)

Die Zahl der Tage, an denen eine Abladetiefe von 2,50 Metern (vollbeladenes 1.800-to-Schiff) wird dadurch um 165 Tage auf 290 Tage erhöht. Bei Niedrigwasser wird eine Abladetiefe von zusätzlich 70 cm auf 2,30 m erreicht. Diese Variante kommt dem Zustand der bisher ausgebauten Strecken und damit auch dem von der EU formulierten Ausbauziel sehr nahe.

Die Auffächerung der Isarmündung und die Schaffung eines Umgehungsgewässers von 17 km Länge sowie die Renaturierung der 7 km langen „Mühlhamer Schleife“ ermöglichen die Entstehung einer neuen lebendigen Auenlandschaft, die dem Leitbild der ursprünglichen Donau ähnelt. Damit sind auch die Eingriffe in die Natur voll ausgleichbar. Gemäß Raumgutachten der Regierung von Niederbayern ist die Variante C280 raumverträglich.

Die weiteren Schritte

Die EU-Kommission in Brüssel fördert eine Studie, die eine variantenunabhängige Untersuchung der Ausbaumöglichkeiten bringen soll. Die Untersuchung soll zeitnahe Erkenntnisse bringen, die dann Grundlage für eine Entscheidung über den tatsächlichen Ausbau sein soll. Das Ergebnis wird in ca. drei Jahren erwartet. Vorher kann mit keiner politischen Entscheidung gerechnet werden. Dennoch ist das Bayerische Hafen-Forum der Auffassung, dass objektive Aufklärung in der Öffentlichkeit not tut, da zu viele Bürger nicht über die wahren Ausbaumöglichkeiten, den Auswirkungen auf den Fluss und die Landschaft, sowie die wirtschaftlichen Hintergründe und die langfristigen Vorteile aufgeklärt sind.

Das Bayerische Hafen-Forum wird daher in völliger Unabhängigkeit und nur seiner Sorge um das Wohl unserer niederbayerischen Heimat in einem großen Europa verpflichtet, nicht müde werden, sich für einen ökonomisch wie auch ökologisch vernünftigen, aber nichts desto weniger notwendigen Ausbau des Donauabschnitts Straubing-Vilshofen einzusetzen.